11. Juni 2014

Biene Maja muss sterben

Das tödliche Paradies

Wie wir unabsichtlich Bienen töten.


Ein Garten voll blühender Blumen: der Traum eines jeden Gärtners und momentan vielerorts zu bestaunen. Die meisten, der in voller Blütenpracht stehenden Blumen, stammen wahrscheinlich aus einem Gartencenter und bilden damit ein für Bienen tödliches Paradies.
Denn wie eine kürzlich durchgeführte Greenpeace-Studie zu Tage förderte, sind viele Zierpflanzen mit Neonicotinoiden belastet. Stoffe, die für Bienen giftig sind und deren Verwendung in der Landwirtschaft von der EU temporär eingeschränkt wurde. In Deutschland nahmen die Umweltschützer in 19 Filialen von fünf verschiedenen Baumarktketten Proben und ließen diese in einem unabhängigen Institut untersuchen. Greenpeace fand in 17 der 19 Proben für Bienen gefährliche Stoffe. Stiefmütterchen, Primeln, Lavendel und einige andere Pflanzengattungen enthielten aber nicht nur die bienengefährdenden Stoffe, sondern zum Teil auch Pestizide, die in Deutschland sogar verboten sind.

Damit Bienen trotzdem genug Nektar und Pollen finden, brauchen sie einen geeigneten Bienenschmaus. Ich habe im Mai in einem Blumenkasten Bio-Samen von Blumen gesät, die mittlerweile blühen und von vielen Bienen und Hummeln als Nektarbar genutzt werden.
Vielleicht bekommen die Bienen bei zu häufigen Besuchen einen Kater, aber sterben werden sie daran bestimmt nicht.



9. Mai 2014

Absage

Schade


Eine Absage erreicht seinen Emailaccount. Es ist die siebzigste oder auch die neunzigste.
Es ist egal. Absage bleibt Absage. Der Betreff kündigt das drohende Unheil noch nicht an.  
Schade.
 
Sonst könnte er direkt auf Löschen klicken und müsste sich nicht noch den unsäglichen Sermon durchlesen. Auch bei dieser Absage fragt er sich, ob bei der vorherigen abgeschrieben wurde.
Das Unternehmen ist anders, die Absage gleich. Doch auch wenn die Betreffzeile noch keinen Aufschluss gibt, die Anrede tut es sofort: Sehr geehrter. Wenn man ihn nicht will, ist er eine geehrte Person. Wie paradox. Oder wissen die Personaler, dass es eigentlich ein Glücksfall für ihn ist, dass sie ihn nicht nehmen, weil sie selber am liebsten dort nicht arbeiten würden? Das zu glauben, macht ein gutes Gefühl, aber dass dies der Fall bei neunzig Unternehmen sein soll, ist doch eher unwahrscheinlich. 
Schade. 

Aber was stand gleich noch mal in allen Absagen? Genau, ein noch besser geeigneter Bewerber, ein noch qualifizierterer Bewerber, ein noch passenderer Bewerber kommt für die Stelle infrage. Gibt es nicht immer jemanden der besser ist als man selbst? Das war schon so in der Grundschule beim Prickeln, am Gymnasium im Lesewettbewerb und an der Hochschule beim Abschluss. The winner takes it all.  
Schade.
 
Wie gut, dass die Unternehmen seine persönliche Qualifikation damit nicht bewerten. Betonen sie jedenfalls immer. Und so bleibt er auf dem Arbeitsmarkt liegen, wie Gemüse zweiter Wahl im Supermarkt. Selbst, dass er sich billiger verkauft, hilft nicht.  
Schade. 

Nach zwei Jahren merkt er auch, wie er langsam Schimmel ansetzt und ist froh darüber. So bildet sich eine Schutzschicht um ihn, die ihm ein bisschen hilft sich nicht als ganze Person abgewertet zu fühlen. Die erste Absage ist ein Mückenstich, die zwanzigste ein Messerstich und die neunzigste bringt ihn langsam dazu selber zur Machete zu greifen. Damit schlägt er sich durch den hohlen Phrasendschungel all der Absagen, um zu dem vorzudringen, was die Absage dem Wort nach sein sollte, etwas Gesagtes. In den bisherigen Absagen hat man ihm nichts gesagt. Man hat ihm nur etwas versagt - und zwar wie ein Individuum behandelt zu werden. 
Schade.

24. April 2014

Lammfromm


Diese beiden haben Ostern überlebt!

Zwei Lämmer grasen in den Ruhrwiesen.

 


3. April 2014

Sommer, Sonne, Eiskaffee

Rezept

Griechischer Café Frappé

Kein Roman um den griechischen Kommissar Charitos des Schriftstellers Petros Markaris kommt ohne ihn aus - Café Frappé. Das Getränk, das 1957 durch einen Zufall auf der internationalen Herbstmesse in Thessaloniki entstand, entwickelte sich zu einem der liebsten Getränke der Griechen.
Inspiriert durch das Buch, habe ich nach einem Rezept gesucht und es auch gefunden und ausprobiert. Das Ergebnis seht ihr hier:


Da heute die 24°C-Marke geknackt wird, könnt ihr das erfrischende Kaffeegetränk direkt ausprobieren. So geht's:

1. Einen gehäuften Löffel löslichen Kaffee in ein hohes Glas geben. Dann je nach Geschmack mit Zucker süßen. In Griechenland gibt es drei Varianten: ohne Zucker (sketo), mit einem (metrio) oder mit zwei Teelöffeln Zucker (gliko).

2. Maximal zwei Finger breit kaltes Wasser dazugeben. Mit einem Milchaufschäumer mixen bis der Schaum das Glas zur Hälfte ausfüllt.

3. Jetzt kann, wer mag, Milch (frische oder Kondensmilch) dazugeben. Süße Schleckermäuler nehmen Vanilleeis.

4. Eiswürfel hinzufügen und mit kaltem Wasser auffüllen. Strohhalm. Umrühren. Genießen.

11. März 2014

Gehse inne Stadt wat macht dich da satt?

Lecker

Currywurst - Die Königin der Pelle




„Bisse richtig down, brauchse wat zu kaun, ‘ne Currywurst!“ Nicht nur das Lied Currywurst von Herbert Grönemeyer, sondern auch das Deutsche Currywurst Museum und die Verwendung als Briefmarkenmotiv zeugen von ihrem Kultstatus.

Foto: kgberlin/pixabay.com
Ruhrgebiet ohne Currywurst? Das gibt es nicht! Dabei stammt die würzige Wurst ganz woanders her. Ob nun aus Berlin oder Hamburg, darüber streiten die Städte noch. Sicher ist allerdings, sie gehört zu den beliebtesten Fast-Food-Gerichten, egal in welchem Teil von Deutschland.

Dennoch wird sie regional unterschiedlich zubereitet. Die „Berliner Currywurst“ gibt es mit und ohne Darm. Die Wurst mit Darm ist eher eine Art Brühwurst. Nach dem Braten wird die Wurst in Stücke geschnitten, mit einer (kalten) Tomatensoße übergossen und mit Currypulver gewürzt. Die Currywurst aus dem Ruhrgebiet wird immer mit einer Bratwurst zubereitet, die in Stücke geschnitten und anschließend mit Currysoße übergossen wird. Mit Currypulver wird sie nur bestreut, wenn man „nachwürzen“ lässt. Im Ruhrgebiet gehören als Beilage „traditionell“ Pommes frites mit Mayonnaise dazu: so entsteht der sogenannte „Mantateller“. Currywurst gibt es überall zu kaufen. Im Imbiss, auf dem Weihnachtsmarkt, beim Stadtfest, vorm Stadion, im Freibad. In der Pappschale mit Pommesgabel serviert, ist sie der perfekte Snack für unterwegs. Aus deutschen Kantinen ist sie nicht mehr wegzudenken und selbst bei Starköchen kommt sie als Luxusvariante mit Blattgoldverzierung daher. Currywurst gehört im Ruhrpott einfach dazu. Am besten schmeckt sie draußen, wenn es noch kälter ist. Dann wärmt das Curry in der Soße besonders gut. Aber Currywurst ist nicht gleich Currywurst. Bei dem ersten Imbiss ist die Soße etwas süßer, beim zweiten ist mehr Currypulver enthalten und beim dritten schmeckt schon die Wurst ganz anders. Es besteht also keine Gefahr sich beim Currywurst essen zu langweilen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem sei meine Lieblings-Currywurst empfohlen!

Zu probieren bei:

Der Frittenspezialist

Marktstraße 60
46045 Oberhausen



Unbedingt auch Pommes mit Mayonnaise dazu bestellen!






5. März 2014

Fastenzeit

Am Rande

Am Aschermittwoch ist alles vorbei...oder fängt neu an.


Heute beginnt die Fastenzeit. Viele Menschen können mit dem christlichen Hintergrund des Fastens nichts mehr anfangen - oder konnten es noch nie. Trotzdem verschwinden in vielen Haushalten wieder Schokolade, Kaffee und Zigaretten in der Schublade. Besonders beliebt ist auch das Internet-Fasten – statt fünf Stunden täglich nur noch eine im WorldWideWeb zu verbringen.
Die evangelische Kirche hat auch in diesem Jahr wieder ein spezielles Fasten-Motto:
Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten. 
Sieben Wochen Zeit alte Gewohnheiten, aber auch Gemeinplätze zu hinterfragen.
Ein präsentes Beispiel: Alle dachten Spinat habe besonders viel Eisen, bis es jemand noch mal überprüfte und das Gegenteil herauskam.
Selber denken ist anstrengend, weil die Verlässlichkeit auf bisher Bekanntes wegfällt und vielleicht auch ein paar unbequeme Wahrheiten ans Tageslicht kommen. Es bietet aber auch die Chance uns von alltäglichem, antrainierten Ballast zu befreien, neue Ideen zu entwickeln und Altes hinter uns zu lassen.

Sieben Wochen ohne Schokolade? Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten? Entscheiden Sie!